Rund, oder oval? Mit Buchweizenspreu oder lieber eine synthetische Füllung? Und welche Höhe passt am besten zu mir? Diese und noch weiteren Fragen stellt sich so manch einer beim Kauf eines Yogakissens. Es gibt eine große Auswahl an Meditationskissen, die sich in Form, Größe und Füllung unterscheiden. Welches Kissen für dich geeignet ist, hängt zudem von persönlichen Faktoren ab, z. B. von deiner Größe oder deiner Sitzart ab. Wir haben dir die wichtigsten Faktoren zusammengetragen, um dich bei der Wahl deines Yogakissens zu unterstützen.

Yogakissen Meditationskissen in Orange

1. Die richtige Sitzunterlage für eine entspannte Meditation finden 

Yogakissen sind ein beliebtes und nützliches Hilfsmittel in deiner Yogapraxis, da es in vielerlei unterstützend auf deinen Körper wirkt. Während deiner Meditationsübungen im Sitzen ist es wichtig völlig regungslos, aber dennoch entspannt und bequem zu verweilen – und das auch über einen längeren Zeitraum. Besonders Anfänger fällt das zu Beginn meist schwer. Zudem steigt mit der Dauer auch die Belastung für deine Wirbelsäule. Ein Yogakissen wirkt entlastend, sodass die natürliche Krümmung der Lendenwirbelsäule erhalten bleibt. Zudem wird in einer bequemen Sitzposition deine Konzentrationsfähigkeit nicht gestört und kannst du dich vollkommen auf deine Meditation fokussieren.

Alle Vorteile eines Yogakissens im Überblick

  • Hilft dabei eine aufrechte Sitzposition einzunehmen und wirkt unterstützend für den Rücken
  • die Wirbelsäule bleibt gerade und hilft Schmerzen im unteren Rücken sowie Schulter-/Nackenbereich zu vermeiden, Organe werden entlastet
  • Eine gerade Sitzposition wirkt unterstützend bei der Atmung. Die Lunge öffnet sich, der Atem kann fließen
  • Schont die Gelenke
  • Bequemer Untergrund während des Meditieren / bequeme Sitzhaltung / Konzentration liegt bei meditativen Übungen
  • Erhöhte Sitzhaltung vermeidet Durchblutungsstörungen
  • Hilfestellung bei Asanas / Ersatz für Yogablock

2. Yogakissen Ausführung & Passform: Welche Form ist die richtige für mich?

2.1 Rundkissen

Das runde Meditationskissen ist der Klassiker und Allrounder unter den Meditationskissen. Aufgrund der runden Form bietet das Kissen eine große Sitzfläche und wird von vielen deshalb als bequemste Variante empfunden. Diese Form eignet sich besonders für Menschen, die Sitzpositionen mit gekreuzten Beinen, wie z. B. der Schneider- oder der Burmesische Sitz, bevorzugen. Menschen, die gerne im Lotussitz meditieren, sollten jedoch auf ein flacheres Rundkissen zurückgreifen, bzw. (falls möglich) einen Teil Füllung entnehmen.

2.2 Rechteckige oder quadratische Modelle / Blockkissen = feste Stütze für Becken, Rücken und Hüfte

Rechteckige Yogakissen sind die kompakte Alternative zu den klassischen Yogakissen. Aufgrund ihrer niedrigen Höhe sind eher für erfahrene bzw. Gelenkigere Yogis geeignet. Falls du dich dazu zählst, bieten sie dir trotzt ihrer niedrigen Höhe genügend Sitzkomfort, sodass du auch bequem länger in aufrechter Sitzhaltung verweilen kannst. Aufgrund ihrer kompakten Größe sind rechteckige Meditationskissen ideale Reisebegleiter.

2.3 Halbmondkissen – geeignet für Sitzhaltungen im Lotussitz / oder halben Lotus

Eine weitere Variante ist das Halbmond-Yogakissen. Aufgrund der sichelform bietet es Füßen und Beinen mehr Platz als ein rundes Yogakissen. Diese Form vermittelt ein ergonomisches und angenehmes Sitzgefühl und schont deine Lendenwirbelsäule optimal. Es passt sich dem Becken an und unterstützt die Wirbelsäule, sodass es sich auch für lange Meditationseinheiten eignet. Halbmondkissen, auch Yogahörchen gennant, sind besonders für Yogis mit guter bis sehr guter Beweglichkeit beim Sport geeignet, die Meditationshaltungen mit gekreuzten Beinen, wie z. B. im Schneidersitz oder Lotussitz, bevorzugen.

Ein weiterer Vorteil des halbmondförmigen Kissens: Es kann dir als Nackenkissen bzw. Nackenstütze dienen – also eine 2 in 1 Lösung. Jackpot.

2.4 Zafu – Meditationskissen mit Tradition

Ein traditionelles Zafu Kissen hat eine runde Form mit seitlichen Dehnfalten, dadurch kann sich das Kissen gut deiner Sitzposition anpassen. Das Kissen hat seinen Ursprung in China. Übersetzt bedeutet Zafu so viel wie „Sitz aus Rohrkolben“, dem Material, das früher für die Füllung verwendet wurde. Ein Zafu Kissen ist flacher als das klassische runde Yogakissen und hat meist einen größeren Durchmesser als das klassische Rundkissen. Mit einer Höhe von durchschnittlich 15 cm befindet es sich im Mittelfeld und ist für Sitzhaltungen mit gekreuzten beinen bestens geeignet. Auf der Unterseite befindet sich der Reißverschluss, über den du den Bezug leicht vom Innenleben trennen kannst. Neben des Komfortaspekts, machen die seitlich ausgearbeitet Dehnfalten das Kissen zudem sehr dekorativ und zu einem Blickfang im Wohnzimmer.

3. Füllung Yogakissen / Meditationskissen

3.1 Natürliche Füllungen

Dinkelspelz

Dinkelspelz ist länglich geformt und gröber als Hirsespreu. Daher fühlt es sich etwas härter an und neigt eher zum Rascheln. Der kleine Hohlraum im Inneren sorgt dafür, dass Wärme gespeichert und die Luft zirkulieren kann.

Buchweizenspreu 

Im Vergleich zu anderen Naturfasern ist Buchweizenspreu relativ schwer. Das spiegelt sich im Gewicht des Kissens wider. machen das Kissen schwerer, aber dafür flexibler.

Hirsespreu

Verwendung von Spelzen, also die ursprüngliche Umhüllung von Hirsekörnern verwendet. Sie werden gereinigt und entkeimt, bevor sie als Füllung für diverse Kissenarten zum Einsatz kommen. Hirsespelzen sind klein, glatt und rund, mit einem Durchmesser von gerade mal 1,5 mm. Das macht sie besonders formbar, sodass sich das Kissen optimal deiner Sitzposition anpasst.

Kapok

Kapok ist eine feste, aber dennoch anschmiegsam und feuchtigkeitsunempfindliche Naturfaser. Bei Kapokfasern, auch pflanzliche Daune genannt, handelt es sich um die Samenhaare aus der Frucht des Kapokbaumes. Ähnlich wie Baumwolle ist es extrem leicht und fluffig. Aufgrund ihrer Elastizität sind sie nicht ganz so unterstützend wie andere Fasern. Der Mythos, das Kapok das ideale Material für Allergiker sei, hält sich weiter. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die anti-allergische Wirkung.

Schurwolle

Schurwolle ist eine angenehm weiche Naturfaser. Sie ist anschmiegsam, leicht, aber dennoch punktelastisch.

Kirschkerne

Wenn das Gewicht keine Rolle spielt, eignen sich auch Kirschkerne als Füllung. Das Material ist hart und atmungsaktiv, dadurch sind sie besonders formstabil und wirken so Unterstützung bei der Ausführung der Bewegungen.

3.2 Synthetische Füllungen

Synthetische Fasern sind sehr leicht und besonders für Allergiker eine interessante Alternative. Allerdings drückt sich das Kissen nach einer gewissen Zeit platt und sind daher nicht sehr langlebig. Außerdem sind sie im Gegensatz zu Naturfasern nicht nachhaltig. Beispiele für synthetische Füllmaterialien sind u. a. Polyester und Schaumstoff.

Yogakissen-gruen

4. Größe: Wie hoch sollte das Yogakissen sein

Grundsätzlich kann man zwischen drei verschiedenen Arten unterscheiden:

  • Flache Yoga-/Meditationskissen: bis 10 cm
  • Mittelhohe Yoga-/Meditationskissen: 10 cm – 20 cm
  • Hohe Yoga-/Meditationskissen: ab 20 cm

Als Faustregel gilt: Flache Meditationskissen sind eher für Fortgeschrittene Yogis geeignet. Du solltest darauf achten, dass dein Becken höher gestellt ist, als deine Knie. Anfänger sind meist ungelenkiger und sollten daher auf ein höheres Sitzkissen zurückgreifen. Bei vielen Sitzkissen kannst du die Füllmenge anpassen, sodass du mit steigender Erfahrung / Gelenkigkeit dem Kissen Füllung entnehmen kannst und mit steigender Erfahrung kein neues Yogakissen kaufen musst. 

Die folgende Tabelle dient dir zur Orientierung, welche Kissenhöhe, für welche Sitzart empfehlenswert ist.

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Neben deiner Sitzart, ist auch deine Körpergröße bei der Wahl des Kissens entscheidend. Größere Menschen sollten eher zu höheren Kissen tendieren. Für einen Menschen mit einer Körpergröße von z. B. 176 cm ist ein Kissen mit einer Höhe von 21 cm zu empfehlen.

5. Obermaterial Yogakissen

Die Bezüge der meisten Meditationskissen sind aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle ist ein hautverträglicher Stoff, der meist weich, angenehm anzufassen, atmungsaktiv, Temperaturausgleichen ist. Von daher ist ein dieses natürliche Material, immer synthetischen vorzuziehen. Es sollte möglich sein, den Bezug zu entnehmen, damit du ihn im Falle von Verunreinigungen waschen kannst.

6. Farbe Yogakissen

Farben können eine ganz besondere Wirkung auf unseren Körper und unser Wohlbefinden haben. Die Wahl der Farbe sollte beim Kauf deines neuen Meditationskissens daher mit bedacht werden. Im Folgenden listen wir dir ein paar Beispiele, wie Farben wirken können.

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7. Nachhaltige Yogakissen: Zertifizierungen & Qualitätsstandards

7.1 GOTS

GOTS steht für „Global Organic Textile Standards“ und ist das am häufigsten vergebene Zertifikat für Naturtextilien. Das Siegel wurde 2006 eingeführt  und ist ein international anerkannter Standard für ökologische Textilien über die gesamte Produktionskette gewährleistet wird. 

7.1 Öko-Tex® Standard 100

Es ist eines der bekanntesten Zertifizierungen weltweit, das für schadstoffgeprüfte Textilien steht. Textilien müssen frei von Schadstoffen wie Formaldehyd, Cadmium, Nickel oder Azo-Farbstoffe sein.

8. Yogakissen für Unterwegs – Reisebegleiter Meditationskissen

Wer im Urlaub nicht auf seine Meditationseinheiten verzichten möchte, ist mit einem rechteckigem Yogakissen gut bedient. Sie überzeugen durch ihr kompaktes Format und ihrem leichten Gewicht. Mit einer Höhe von 5 cm – 15 cm lassen sie sich einfach verstauen und passen sogar ohne viel Platz einzunehmen ins Handgepäck. Aufgrund der geringen Höhe ist das Kissen eher für gelenkigere Yogis geeignet. Rechteckige Yogakissen mit einer Kapokfüllung sind besonders robust und feuchtigkeitsunempfindlich und eignen sich daher als idealer Reisebegleiter für Backpacker.

9. Alternative zum Yogakissen – Meditationsbank

Eine Meditationsbank zeichnet sich durch eine abgeschrägte Sitzfläche aus. Dadurch wird das Becken gekippt und bietet deiner Wirbelsäule die gleiche Unterstützung, wie ein Kissen. Eine Meditationsbank ist sowohl für Meditationen im Halblotus, als auch für den Fersensitz geeignet.

10. Zusammenfassung

Ein passendes Yogakissen unterstützt dich in deiner Sitzhaltung: Das Becken wie nach vorne gekippt und öffnet sich, die Wirbelsäule wird in eine gerade Position gebracht, die Lunge hat mehr Platz, das Atmen fällt leichter. Um den größten Nutzen zu ziehen, solltest du daher das richtige Werkzeug wählen. Yogakissen werden zudem sowohl von Ärzten als auch von Physiotherapeuten empfohlen, da sie eine gerade und aufrechte Haltung unterstützen.

Wenn du eine Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen bevorzugst, achte darauf, dass deine Knie tiefer gelegen sind als dein Becken. Dadurch werden Becken und Wirbelsäule entlastet. Anfänger, bzw. Menschen die nicht ganz so gelenkig sind, aber auch große Menschen ab 1,70 m, sollten eher auf höhere Kissen zurückgreifen. Falls du dir unsicher bist, hohle dir ein Kissen, bei dem man Füllung über einen Reißverschluss entnehmen kann. So kannst du die Füllmenge und Höhe deines Kissens selber regulieren und anpassen.

Abgesehen von körperlichen Einflussfaktoren, hängt die Wahl auch von deinen persönlichen Präferenzen ab. Synthetische Füllungen sind langlebiger als Naturfasern. Meditationskissen mit einer Füllung aus Naturfasern sind hingegen eine nachhaltigere Lösung. Viele Onlineshops bieten Nachfüllpackungen an, mit denen du die Füllung deines Kissens austauschen kannst.

Yogakissen ist das ideale Hilfsmittel für eine tiefenentspannte Meditation. Ob Lotus-, Burmesischer-, oder Fersensitz – Ein Yogakissen sollte dir und deinem Körper dabei helfen, in einer angenehmen und entspannten Haltung zu sitzen. Nur wenn du eine entspannte Position auf deinem Kissen einnehmen kannst, ist es ein unterstützendes Hilfsmittel in deiner Yogapraxis und Meditation.