Als Anfänger wird man von dem schier endlosen Angebot an Yogamatten überwältigt und erschlagen. Bist du auf der Suche nach der perfekten Yogamatten? Wir haben dir einen Ratgeber und Leitfaden zusammengestellt, mit den wichtigsten Kriterien, auf die du beim Kauf achten solltest.

Fünf Yoga-Matten
Yogamatten Stapel

1. Größe

Die gängigsten Yogamatten haben ein Durchschnittsmaß von 180 cm x 60 cm. Mit diesen Maßen ist eine Person bis zu einer Körpergröße von 1,75 m gut bedient. Wichtig ist, dass du auf deiner Yogamatte ausgestreckt liegen kannst und dein Kopf und deine Füße auf ihr Platz finden. Größere Menschen sollten sich für XL bzw. XXL Modelle entscheiden. XL Matten mit einer Länge von ca. 1,90 m und Breite von ca. 70 cm, oder XXL Matten ab 2 m und einer Breit von 1 m

Tipp: Probiere in deinem Yogastudio verschieden lange Leihmatten aus und schaue, welche Länge für dich am bequemsten ist.

2. Gewicht/Stärke

Yogamatten bis 1 kg / 0,5 – 2 mm: Eignen sich gut als Reisematte, da sie leicht und kompakt sind. Allerdings bieten sie kaum Polsterung und/oder Dämpfung.

Yogamatten 1 – 2 kg / 2 – 4 mm: Die stabile Mitte – Yogamatten in der Größe bieten dir ausreichend Polsterung und Dämpfung. Je tiefer die Matte, desto weicher und besser die Polsterung / Dämpfung. Yogamatten in dieser Gewichtsklasse lassen sich auch noch gut transportieren.

Yogamatten 2 – 3 kg / 4 – 5 mm: Meist ausgezeichnet als „Pro“ Variante, sind diese Matten recht schwer und unhandlich. Jedoch bieten sie eine sehr gute Dämpfung und Polsterung. Wenn du oft praktizierst und deine Matte nicht oft von A nach B transportieren musst, bist du mit dieser Größe bestens ausgestattet.

3. Dämpfung

Die Dämpfung einer Matte wird durch ihre Dicke bestimmt. Eine dickere Matte (von z.b. 7 mm) bietet deinen Gelenken besseren Schutz vor dem kalten und harten Untergrund, als eine dünne Matte (von z.B. 2 mm). Während eine dickere Matte dir mehr Komfort und Dämpfung bietet, hast du bei einer dünneren Matte einen besseren Stand und mehr Stabilität. Bedenke auch, dass je dicker die Matte, desto schwerer ist sie – falls du sie Zuhause oder im Studio lässt, spielt das Gewicht keine so große Rolle.

Für Anfänger empfiehlt sich der Kauf einer dickeren, gelenkschonenderen Matte, um die Knie und Rücken an die Übungen am Boden zu gewöhnen.

4. Material

Yogamatten gibt es mittlerweile aus verschiedenen Materialien. Kunststoff oder Naturmaterialien – eine der grundlegenden Fragen, mit denen sich (angehende) Yogis auseinandersetzen müssen. Welches Material für dich das richtige ist, hängt zudem von dem dir praktiziertem Yoga-Stil ab. Die häufigsten Materialien, mit ihren Vor- und Nachteilen, haben wir für dich zusammengestellt.

4.1 Yogamatten aus PVC

Yogamatten aus PVC sind der Klassiker unter den Yogamatten. Sie gibt es in den verschiedensten Farben und fangen preislichen bereits bei 10 Euro an. Aber was ist PVC eigentlich? PVC steht für Polyvinylchlorid ist ein Kunststoff, der in vielen Bereichen (Bodenbeläge, EC-Karten, Kunstledere, etc.)  Anwendung findet.

Der Vorteil von PVC ist ganz klar seine Haltbarkeit. Wasser, Luft oder Sonnenlicht können dem Material so gut wie keinen Schaden zufügen. Deshalb sind Matten aus PVC sehr robust, abriebfest und lange haltbar. Verschmutzungen lassen sich leicht entfernen und man kann sie sogar bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen. Aufgrund ihres geringen Gewichts lassen sich PVC Matten leicht transportieren. In der Anschaffung sind sie zudem sehr günstig und daher gerade für Anfänger geeignet, die sich noch unsicher sind, ob Yoga etwas für sie ist.

Der Nachteil von dem Material ist, dass es nicht saugfähig ist und daher kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Falls du schnell schwitzt oder eine Matte für anstrenge Yoga Stile, wie z. B. Ashtanga Yoga suchst, solltest du andere Alternativen in Betracht ziehen. Außerdem ist PVC umstritten: Damit die Yogamatte elastisch wird, verwendet man bei der Herstellung von Weich-PVC Weichmacher. Einer der großen Nachteile ist, dass einige Hersteller gesundheitsgefährdende Weichmacher verwenden, die u. a. die Geschlechtshormone angreifen. Schadstoffe der Weichmacher kannst du über Hand und über die Atemwege aufnehmen. Tests fanden bereits neben gesundheitsschädlichen Weichmachern auch Blei, Kadmium oder Nitrosamine in einigen Yogamatten. Um diesen Giftstoffen nicht ausgesetzt zu sein, achte darauf, dass deine PVC Yogamatte nach Öko-Text-Standard 100 zertifiziert ist und weder AZO Farbstoffe noch DPO, oder Schwermetalle enthält. Das Recycling von Kunststoff ist problematisch: Der Vorteil der Langlebigkeit, geht auf Kosten der Natur. PVC ist nicht biologisch abbaubar und bei der Verbrennung werden toxische Schadstoffe freigesetzt, z. B. das krebserregende Dioxin.

4.2 Yogamatten aus PTE – das PVC-freie Leichtgewicht

Eine umweltfreundlichere Alternative, die zu 100% recyclebar oder biologisch abbaubar ist, sind Yogamatten aus TPE (thermoplastische Elastomere). Die Matten sind frei von PVC, Latex und schädlichen Weichmachern und eignen sich daher besonders gut für Allergiker. TPE lässt sich zwischen Kunststoff und Gummi einordnen. Ihre geschlossene Zellstruktur verhindert die Aufnahme von Keimen und macht die Matte damit zum hygienisches und geruchsneutralen Begleiter. Der weiche, leichte Schaum mit einem Kern aus Kunststoff brilliert durch eine weiche Oberfläche. Sie bietet dir einen guten Grip und überzeugt durch eine gute Polsterung. Ihre robusten und rutschfesten Eigenschaften macht die PTE Matte bestens geeignet für viele Yogastile. Im Vergleich zu anderen Matten ist sie ein Fliegengewicht und lässt sich dadurch leicht und unkompliziert von A nach B transportieren.

Wenn du auf der Suche nach einer Matte für intensivere Yogastile bist, wie z.b. Asthanga, ist PTE eher ungeeignet, da das Material nicht so robust ist wie PVC und sich schnell auflöst. Für Outdoor Yoga ist PTE nicht zu empfehlen, da das Material schwerer zu reinigen ist seine Konkurrenten. Achte auch hier darauf, dass keine AZO-Farbstoffe zum Einsatz kamen. Nach dem ersten Auspacken kann es sein, dass die Matte leicht nach Gummi riecht. Dieser Geruch verfliegt aber mit der Zeit.

4.3 Yogamatten aus Naturkautschuk – die umweltschonende Alternative

Immer verbreiteter und beliebter werden Yogamatten aus 100 % Naturkautschuk. Kautschuk wird aus dem milchigen Saft des Kautschukbaumes gewonnen und kann vollständig biologisch abgebaut werden – du könntest die Matte also bedenkenlos auf den Komposthaufen werfen. Klarer Vorteil: Es ist ein Naturprodukt und somit die umweltfreundlichere und nachhaltigere Alternative zu Kunststoffmatten. Bei der Herstellung wird kein Erdöl verwendet, sondern aus einem nachwachsendem Rohstoff gewonnen. Im Vergleich muss man für das Pendant aus der Natur etwas mehr investieren: Kautschukmatten bekommt man ab 45 Euro. Für dich und die Umwelt aber eine gute Investition. Das natürliche Material zeichnet sich zudem durch seine Rutschfestigkeit aus und bieten dir damit einen super Halt während deiner Yogapraxis. Als positiv zu bewerten sind auch der gute Grip und die Dämpfung für Sprünge. Allerdings sind diese Matten aufgrund der Beschaffenheit Ihrer Oberfläche etwas pflegebedürftiger: Die Poren der Matte sind offen, sodass schnell Schmutz und Bakterien eindringen können. Mit der richtigen Pflege ist das aber kein Problem. Auch auffällig ist der ausgeprägte Geruch, der besonders am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig ist. Dieser verfliegt aber mit der Zeit. Es empfiehlt sich die Matte am Anfang für einige Tage nach draußen zum Lüften zu stellen.

Leider muss man sagen, dass 100 % Kautschuk kein Garant für eine cleane, unbedenkliche Matte ist. Damit der Kautschuk elastisch wird muss er mit Vulkanisationsmitteln bearbeitet werden, wodurch die Matten toxisch belastet werden können. Achte darauf, dass deine Naturgummi-Matte ohne Zugabe von giftigen Schaum- und Bleichmittel hergestellt wurde. Da dies nicht immer so leicht nachzuvollziehen ist, tut man sich auch hier gut, auf Eco Siegel zu achten.

4.4 Yogamatten aus besonderen Materialien 

Durch die Hitze und die Feuchtigkeit begünstigt nicht nur das Schwitzen, sondern soll das Bindegewebe sowie Muskeln und Sehnen geschmeidiger machen. Giftstoffe werden über den Schweiß ausgeschieden, dadurch wird der Körper entgiftet.

 

  • Kork

Je mehr du schwitzt, desto besseren Grip hast du auf einer Korkmatte. Es empfiehlt sich daher, die Matte zu Anfang etwas zu befeuchten, damit du in den Asanas sicheren Stand hast. Grund dafür ist das Suberin, eine wachsartige Substanz, die erst durch Feuchtigkeit aktiviert wird. Ideal also für deine Hot Yoga / Bikram Yoga Praxis. Korkmatten sind meistens nur Kork-beschichtet. D. h. die obere Schicht besteht aus Kork, während die Unterseite meist aus TPE oder Silikon ist.

Positiv hervorheben muss man, dass Korkmatten laut Hersteller antibakterielle Eigenschaften besitzen und somit selbstreinigend sind.  Außerdem schreibt man ihnen eine antiallergische Wirkung zu. Das macht sie besonders geeignet für Allergiker.

 

  • Schurwolle

Ideal für Asanas, die im Sitzen oder Liegen ausgeführt werden.

 

  • Baumwollteppich

 

 

Yogamatte aus Kork

4.4 Materialien: PROs & CONs

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5. Fitnessmatte vs. Yogamatte

Fitnessmatten sind im Vergleich zu Yogamatten sehr weich. Das führt dazu, dass du die Fitnessmatte in manchen Positionen, wie z. B. im herabschauenden Hund, mit Händen und Füßen regelrecht auseinanderziehst und die Asanas nicht sauber praktizieren kannst. Auf den dicken Matten ist es schwieriger die Balance zu halten, sodass es auf dem Schaumstoff eher eine wackelige Angelegenheit ist. Dieser ständige Balanceakt stört deine Konzentration und lenkt dich zu sehr von deiner Yogapraxis ab.

6. Fazit

Mach dir bewusst, welchen Yogastil du praktizieren möchtest und ob du eine Yogamatte für Unterwegs oder für Zuhause suchst. Denn davon hängen die Anforderungen an deine Matte ab. Für aktive Yoga-Stile, wie z. B. Ashtanga Yoga muss deine Matte besonders rutschfest sein und einen guten Grip haben.

In einer Welt, die von Plastik wortwörtlich überflutet wird, raten wir zum Kauf einer Yogamatte aus Naturmaterialien. Kautschuk bietet sich besonders gut an, da das Material für jeden Stil gut geeignet ist. Wir praktizieren selbst auf einer Kautschuk-Yogamatte von Lotuscrafts und sind absolut begeistert (abgesehen vom anfänglich strengen Geruch, der nach einer Woche lüften aber fast verflogen ist). Allerdings musst du bedenken, dass auch 100 % Kautschuk kein Garant für eine cleane, undbedenkliche Matte sind. Damit der Kautschuk elastisch wird muss er mit Vulkanisationsmitteln bearbeitet werden. Achte deshalb auf ECO Siegel, wie z. B. Öko-Tex-Standard 100, welche dir garantieren, dass die Matte schadstofffrei ist.