„Bandhas setzen“ hat wohl jeder von uns schon einmal während seiner Yoga Praxis gehört. Aber was sind Bandhas, welche gibt es und wie setze ich sie im Yoga ein? Wir geben dir einen kleinen, aber feinen Überblick.

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Was sind Bandhas?

Mit Bandhas sind sogenannte Energierverschlüsse gemeint. Das Wort Bandha kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Verschluss, Bindung oder auch Kontraktion. Durch das sogenannte Setzen der Bandhas, also das anziehen, soll die Lebensenergie im Körper gehalten werden.

Es gibt drei Haupt-Bandhas  (bzw. vier Bandhas). Mula Bandha hindert z. B. deine Lebensenergie daran nach oben entweicht, während Jalandhara verhindert, dass Lebensenergie nach unten hin entweicht. Mit diesen Bandhas verschließt du das obere und untere Ende deiner Wirbelsäule, damit deine Lebensenergie nicht entweicht. Zu den einzelnen Bandhas später aber mehr.

Bandhas werden meist während pranayama Übungen (Atemübungen) eingebunden. Wenn man die Anwendung beherrscht, können sie auch während der Asanas eingebunden werden.

Bandhas und ihre positiven Auswirkungen

Mit dem Setzen der Bandhas soll der Blutfluss temporär unterbrochen werden. Das Lösen der Bandhas soll bewirken, dass ein erhöhter Fluss frischen Blutes fließt und alte, tote Zellen wegspült. Somit säubern sie den Körper, und bringen dein Selbst in Ausgleich.

Zudem stärkt es die Fähigkeit, sich auf einzelne Punkte seines Körpers zu konzentrieren und diesen bewusster wahrzunehmen; die Konzentrationsfähigkeit nimmt zu, der Geist wird klarer und ruhiger.

Bandhas richtig setzen

Mula Bandha – der Wurzelverschluss

Das Wurzelbandha mach den Anfang. Im Sanskrit bedeutet ‚Mula‘ Wurzel. Das Verschließen von Mula Bandha sorgt dafür, dass deine Energie nach oben fließt. Du setzt Mula Bandha indem du all deine Beckenbodenmuskeln anspannst, also alle Muskeln, die zwischen Kreuzbein und Schambein (Geschlechtsmuskeln, Muskel des Harnleiters, Schließmuskel) liegen. All diese Muskeln spannst du an, ziehst sie nach innen und oben. Mit Mula Bandha saugst du die Energie der Erde hoch, hältst sie dort und verhinderst, dass sie nicht nach unten abweicht

Uddiyana Bandha – Luft holen ohne Luft zu holen

Übersetzen kann man Uddiyana Bandha mit dem Begriff ‚emporfliegen‘. So setzt du Uddiyana Bandha: Stimmritzen verschließen, den Bauch nach oben und nach innen ziehen. Stell dir vor Luft zu holen, ohne Luft zu holen. Dadurch entsteht im Brustkorb ein leichtes Vakuum.

Zu Anfang hilft es dir dich im Lotussitz, die durchgestreckten Arme auf den Knien abgestützt, mit geraden Überkörper leicht nach vorne zu beugen. So fällt es dir leichter Bauchdecke und Organe nach oben zu ziehen. Deine inneren Organe und die Muskeln werden leicht massiert, die Verdauungssäfte stimuliert und die Energie kann nach oben fließen.

Jalandhara Bandha 

Jalandhara Bandha wird vornehmlich bei Atemübungen gesetzt und oft in Kombination mit den anderen Bandhas. Es ist unser Energieverschluss an der Kehle, der verhindert, dass die Energie nach oben hin abweicht. Jalandhara Bandha setzt du, indem du das Kinn nach unten und nach hinten ziehst. Es ist das ungeliebte Doppelkinn, das wir hier zum Vorschein bringen wollen. Wie bei Uddiyana Bandha stützt du dich mit durchgestreckten Armen auf deinen Knien ab und lehnst den Oberkörper leicht nach vorne.

Durch Uddiyana Bandha wird leichter Druck auf Kehle und Hals ausgeübt. Das Setzen dieses Bandhas ist gut für eine ausgewogene Funktion der Schilddrüse, entspannt und mildert Stress.

Jalandhara Bandha 

Kurz und knackig: Das Setzen aller drei Bandhas gleichzeitig. Das Bandha Nonplusultra wenn man so will.